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Der zweite Wintereinbruch überraschte uns am 13. Februar 1979. Ich arbeitete in der Freileitungskolonne des Energieversorgers Schleswag AG. Die Mitarbeiter der Bezirksstelle Reinfeld baten uns um Mithilfe, da ein Stromausfall im Steinfelder Wohld und ein Leitungsriss der Freileitung in Heilshoop gemeldet wurde und mit den VW-Bullis kein Durchkommen war. Der Standort der Kolonne war damals Bad Oldesloe, so dass wir uns erst einmal mit dem Allrad MAN nach Reinfeld aufmachen mussten. Das war auch kein Problem. Daraufhin versuchten wir als erstes Richtung Zarpen durchzukommen, aber bereits vor Binnenkamp war die Straße Meterhoch dicht. Also versuchten wir unser Glück zum Steinfelder Wohld, kamen aber nur bis Heckkaten. Karl und Helmut machten sich zu Fuß auf den Weg, immerhin ca. 1,6 Kilometer. Wir versuchten derzeit noch einmal unser Glück Richtung Zarpen, in der Hoffnung das vielleicht schon Räumfahrzeuge vor Ort sind, es war aber klar das dort noch nichts passiert war.
In der Zwischenzeit wurde ein weiterer Stromausfall in Rothenhausen gemeldet. Der kürzeste Weg schien der ungünstigste, also fuhren wir auf der B 75 erst einmal Richtung Lübeck und wollten uns dann über Kronsforder Landstraße durchschlagen. In der Quadebekstraße wurde es dann allerdings haarig. Hans, unser erfahrener LKW-Fahrer machte erst einmal halt und wir starrten gebannt auf die Straße Richtung Rothenhausen, also kurz vor unserem Ziel! Es schien aussichtslos dort mit dem LKW hinzukommen, aber im Schneegestöber sahen wir einen Trecker mit Schaufellader, der sich langsam in unsere Richtung vorkämmte. Hans packte wohl die Abenteuerlust und nahm mit dem MAN einen stattlichen Anlauf und wir donnerten in Richtung Trecker. Die Fahrt wurde trotz gleichbleibender Motordrehzahl immer geringer und wir merkten wie der LKW immer höher kam. Zum Schluss schüttelte sich die Kiste nur noch und blieb letztendlich mit duchdrehenden Reifen stecken. Bis der Trecker bei uns war hatten wir den LKW wieder freigeschaufelt und wir konnten anschließend die Störung, es war eine Ortsnetzsicherung defekt, beheben. Zurück ging es wieder über Lübeck und wir konnten in Hamberge die Menschenleere A1 bewundern. Helmut und Karl waren in der Zwischenzeit aus Steinfelder Wohld zurück und wurden von einer weiteren Kolonne aufgenommen. Sie waren dann mit einem Bergungspanzer nach Heilshoop unterwegs um die Freileitungsstörung zu beheben. Es war allerdings nur ein “Draht” der Straßenbeleuchtung zu reparieren, also kein Stromausfall für die Kunden zu beklagen.
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